FIT für die Informationsgesellschaft (2001 - 2005)

 

I. Einleitung

 

 im Aufbau 

 

Stand OA an den Bayerischen HBs / Profil OA

 

Aschaffenburg

Publikationsserver

 

Augsburg

Publikationsserver

 

Hof

Publikationsserver

 

Kempten

Publikationsserver

Publikationsfonds

 

Landshut

Publikationsserver

 

München

Neu-Ulm

 

Nürnberg

Publikationsserver OHMdok

 

Regensburg

 

Rosenheim

Publikationsserver

 

Würzburg-Schweinfurt:

 

Präsentationen und Aufsätze

  • TH Ingolstadt: Sichtbarkeit persönlicher Forschungsleistung: Publikationen, Identifier, Vernetzung & Metriken (WiSe 2021/22): Präsentation, Linksammlung
  • HSB Düsseldorf: Import in OPUS aus Citavi (Workshop 2021): Präsentation
  • THWS: Burkhardt/Renner: Von Null auf Hundert : Einführung eines 360-Grad-Open-Access-Dienstleistungsportfolios an einer HAW (O-bib, 2022) Aufsatz   Präsentation

 

Am 27. 10. 1970 verabschiedete der Bayerische Landtag das Bayerische Fachhochschulgesetz. 1971 wurden die ersten Fachhochschulen gegründet; 30 Jahre später gibt es nach drei „Gründungswellen" 17 Fachhochschulen in Bayern, deren Bibliotheken nahezu 50 000 Studierende aus ca. 100 Studiengängen betreuen.

Infolge des besonderen Bildungsauftrages nach Art. 2 Abs.1 BayHSchG dienen die Fachhochschulen vor allem der Lehre, wodurch ein starker Praxisbezug des Studiums und eine entsprechende Studienorganisation gegeben ist. Für den Informationsbedarf steht somit absolute Aktualität im Vordergrund. Mit laufender Zunahme der praxisbezogenen Forschung an den Fachhochschulen werden zudem immer mehr spezielle wissenschaftliche Informationen benötigt.

Nach der Vorgabe des bayerischen Hochschulgesetzes ist die Bibliothek als zentrale Einrichtung für die gesamte Informationsversorgung der Fachhochschule zuständig: angesichts der wachsenden Informationsflut aus den unterschiedlichsten Informationssystemen und auf unterschiedlichen Datenträgern eine große Herausforderung an die Fähigkeit der Bibliotheken, dauerhaft ein verbreitertes Spektrum an Leistungen zu erbringen. Den wachsenden Anforderungen stehen eine teilweise unzureichende Stellenausstattung, vielfach überholte IT-Hardware, vielfach überalterte DV-Infrastrukturen und unzureichende Mittelausstattung für die entsprechenden notwendigen Investitionen gegenüber.

Dass der Betrieb der Fachhochschulbibliotheken dennoch weitgehend reibungslos und benutzerfreundlich trotz der teilweise schwierigen personellen und organisatorisch-technischen Randbedingungen abläuft, ist dem außerordentlichen Engagement, der Qualifikation und dem ausgeprägten Fortbildungswillen der Mitarbeiter zu verdanken.

Die Fachhochschulbibliotheken haben sich inzwischen zu einem wichtigen Bestandteil der wissenschaftlichen Literaturversorgung in Bayern entwickelt, sie sind darüber hinaus integraler Bestandteil der gesamten deutschen Literaturversorgung. In Kempten, Rosenheim, Landshut, Schweinfurt, Hof und Weiden sind sie die einzigen wissenschaftlichen Bibliotheken im weiteren Umkreis. Bei einigen Fachhochschulbibliotheken sind ca. ein Viertel der Benutzer keine Hochschulangehörigen. Als effiziente, äußerst flexible und nachfrageorientierte Informationseinrichtungen mit sehr kurzem Geschäftsgang, geben viele Fachhochschulbibliotheken im Bücherleihverkehr wesentlich mehr Werke als sie nehmen und werden so zusätzlich belastet.

In den meisten Fachhochschulbibliotheken ist das Angebot an digitalen Informationen, wie z.B. Online-Volltextdatenbanken noch erweiterungsbedürftig; auch der Auf- und Ausbau multimedialer Dienstleistungen sollte weiter vorangetrieben werden.

p> In den nächsten Jahren werden starke Wandlungen der Anforderungen auf die Bibliotheken zukommen, die klassischen Aufgaben werden weiter zugunsten digitaler Informationen, deren Präsentation, Analysierung, Vermittlung und Bewertung zurückgedrängt; die Nachfrage nach multimedialen Dienstleistungen wird ansteigen, die Bibliothek wird zum Medienkompetenzzentrum, zur Informationsagentur. Im Informationszeitalter dominiert der Zeit- und Qualitätsfaktor die Bewertung von Informationskompetenz; die Qualität von Suchmaschinen wird gemessen an der Geschwindigkeit, mit der der Benutzer die gesuchte Information erhält, die Informationseinrichtung wird gemessen an der Geschwindigkeit, mit der relevante Informationen zu einer Fragestellung im Volltext vermittelt werden: der Benutzer muss als alleiniger Grund der Existenz der Bibliothek begriffen werden. Die Entmystifizierung des Informationsretrievals durch das Internet hat weitreichende Wirkung auf das Nutzerverhalten und das Image von Bibliotheken. Deshalb müssen Bibliothekssysteme intuitiv verstehbar werden, sich selbst nach den Nutzeranforderungen rekonfigurieren, wobei die Webseiten der Bibliothek als Lernportale fungieren können, denn Informationen über die Informationen können wichtiger sein, als die Information selbst.

Bibliotheken besitzen Informationen und das Wissen fast jede beliebige Information vermitteln zu können; diese Insiderposition im Informationsgeschäft gilt es zu nutzen. Navigationssysteme für die digitale Landschaft, Wissensmanagement, Vermittlung der besten Methoden der Internet- und Datenbankensuche, Informationsflussmanagement, Benutzertraining und auch Trainingsinformationszentrum, neue IuK-Techniken werden zu Schlüsselbegriffen einer Wandlung von der "library" zur "cybrary". Damit ist ein hoher Anspruch an das Bibliothekspersonal verbunden, an den Willen zur permanenten Weiterbildung, der Aneignung neuer IT-Techniken und der schnellen Reaktion auf neue Anforderungen. Die Fachhochschulbibliotheken sind auf diesem Weg in die Zukunft bereits in der Spitzengruppe: sie verstehen sich als "teaching libraries", flache Hierarchien, ausgeprägte Kooperationsbereitschaft und Fortbildungsbereitschaft, intensive Zusammenarbeit mit den IT-Bereichen, Offenheit für neue Entwicklungen und Ideen, ausschließliche Benutzerorientierung und weit überdurchschnittliche Arbeitseffizienz sind Erfolgsfaktoren dieser nach vorn gerichteten Entwicklung.

Im Folgenden werden die Rahmenbedingungen der Verbesserung der gegenwärtigen Situation und die Leitlinien, wie künftigen Anforderungen der "Informationsgesellschaft" entsprochen werden kann, behandelt. Im Abschnitt II wird ausführlich auf die Rahmenbedingungen der Leistungsfähigkeit, die Erfolgsfaktoren: Personalausstattung, Etat, Datenverarbeitung, Bibliotheksbau und -einrichtung eingegangen. Das Bibliotheksmanagement, dargestellt im Abschnitt III, wird zukünftig weiter an Bedeutung für die Entwicklung der Bibliothek, d.h. für ihren Platz in der Informationsgesellschaft, gewinnen. Abschnitt IV stellt das breite Spektrum der gegenwärtigen und angestrebten Dienstleistungsangebote vor. Einen zusammenfassenden Überblick über die Lage, die Aufgaben und das Selbstverständnis der Fachhochschulbibliotheken gibt Abschnitt V. Im Anhang (VI) unterlegen Grafiken und Zahlenmaterial die Berechnungen und Anforderungen der vorangehenden Abschnitte.

Der Bibliotheksentwicklungsplan der bayerischen Fachhochschulen zeigt: die Fachhochschulbibliotheken tun alles, um ihre gegenwärtigen Aufgaben sehr gut zu erfüllen und sie wollen alles tun, um fit zu sein für die zukünftigen Anforderungen. In diesem Bestreben sind sie allerdings auf Verständnis und aktive Unterstützung der jeweiligen Fachhochschulen, des Gesetzgebers sowie der ausführenden Verwaltung angewiesen. Dieses Verständnis zu fördern sowie die entsprechende Bereitschaft zu vergrößern, vor allem im Bereich der Mittelbereitstellung und der Personalausstattung nach vorn zu gehen, will der vorliegende Plan bewirken.

 

liniegelb

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