Forschungsdaten

  1. Einleitung

  2. Definition Forschungsdaten

  3. Nachweis von Forschungsdaten im B3Kat

  4. Grundlinien zur Erschließung von Forschungsdaten im B3Kat

    1. Selektionskriterien in 078n und 078q

    2. Verpflichtende Angabe Persistente Identifikatoren

    3. Verpflichtende Lizenzangaben

    4. Sacherschließung

    5. Relationen

  5. Feldbelegungen im ASEQ-Format sowie Mapping zu MARC21 und DataCite

1. Einleitung

Diese Handreichung dient der manuellen Erschließung von Forschungsdaten im B3Kat mit Hilfe von Aleph. Sie dient vor allem der Katalogisierung einzelner Forschungsdatensätze, die nicht über eine automatische Übernahme von Metadaten aus Forschungsdatenrepositorien im B3Kat nachgewiesen werden.

2. Definition Forschungsdaten

„Forschungsdaten sind Daten, die im Zuge wissenschaftlicher Vorhaben entstehen, z. B. durch Beobachtungen, Experimente, Simulationsrechnungen, Erhebungen, Befragungen, Quellenforschungen, Aufzeichnungen, Digitalisierung, Auswertungen.“ (Quelle: Bericht des Redaktionsausschusses Begriffe an den RfII (RfII Berichte No. 1), Göttingen 2016, 31 S. urn:nbn:de:101:1-201607146410)

Als Beispiele für Forschungsdaten werden üblicherweise etwa Digitalisate, audiovisuelle Daten, digitale Repräsentationen von analogen Daten, Mess-, Beobachtungs- und Befragungsdaten, Texte und Texteditionen, Datenbanken und Objektsammlungen, Protokolle, methodische Testverfahren, wie Fragebögen, Software und Simulationen genannt. Die DFG formuliert zudem Quellcode und Software-Entwicklungen dann als Forschungsdaten, wenn sie zentrale Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung darstellen.

3. Nachweis von Forschungsdaten im B3Kat

Der Nachweis von Forschungsdaten auf Verbundebene soll ein Angebot sein, das sich primär an die am B3Kat beteiligten Institutionen richtet.

Der Verbundrat des BVB befürwortet den Nachweis von Forschungsdaten im B3Kat und überlässt den jeweiligen Institutionen die Entscheidung, ob sie ihre Daten in den Verbundkatalog einspielen wollen. Weiterhin soll jedes Mitglied darüber entscheiden, ob die auf Verbundebene nachgewiesenen Forschungsdaten in den jeweiligen lokalen Katalogen angezeigt werden sollen.

Grundsätzlich besteht keine Verpflichtung zum Nachweis von Forschungsdaten im B3Kat, diese können auch weiterhin in eigenständigen Forschungsdatenrepositorien ohne Anbindung an den Verbundkatalog nachgewiesen werden.

4. Grundlinien zur Erschließung von Forschungsdaten im B3Kat

Für den Nachweis von Forschungsdaten gelten die folgenden allgemeinen Grundlinien:

• Granularität

Es wird empfohlen, nur Forschungsdaten auf Korpora-Ebene im Verbund nachzuweisen, sprich, die bei Vorliegen einer (logischen) Hierarchie auf der obersten Aggregationsebene (= „Korpora-Ebene“) angesiedelt sind.

• Katalogisierung im B3Kat

Die Metadaten zu den Forschungsdaten werden mit Katalogisierungsstufe 5 im B3Kat erfasst. Über die OAI-PMH-Schnittstelle „B3Kat Open Data“ können sie geharvestet und in lokale Services eingebunden werden. Katalogtechnische Änderungen an der Titelaufnahme eines Forschungsdatensatzes werden ausschließlich in Aleph vorgenommen analog der B3Kat-Mindestanforderungen für das Hochkatalogisieren von E-Books.

• Formangabe

Eine Kennzeichnung von Forschungsdaten mit der Formangabe „Forschungsdaten“ ist verpflichtend.

4.1. Selektionskriterien in 078n und 078q

Forschungsdaten sollen in ASEQ-Feld 078n das Selektionskennzeichen "FoDa" erhalten.
Um Metadaten zu den Forschungsdaten einer bestimmten Bibliothek aus dem B3Kat herauszufiltern, können bei Bedarf entsprechende Eintragungen in 078q vorgenommen werden.

4.2. Verpflichtende Angabe Persistente Identifikatoren

In den Verbundkatalog eingespielt werden dürfen nur Forschungsdaten aus Repositorien, die eindeutige, persistente Identifikatoren wie DOIs vergeben.

4.3. Verpflichtende Lizenzangaben

In den Verbundkatalog eingespielt werden dürfen nur Forschungsdaten aus Repositorien, in denen es möglich ist, standardisiert Lizenzen (wie CC Lizenzen oder GPL) zu vergeben, in denen die Nachnutzungs- bzw. Verwertungsrechte explizit geregelt sind.

4.4. Sacherschließung

Um die Auffindbarkeit von Forschungsdaten zu unterstützen, werden sowohl eine klassifikatorische als auch eine verbale Sacherschließung empfohlen. Hierbei wird mit Blick auf bereits bestehende Datenbestände kein bestimmter Thesaurus vorgeschrieben, die im B3Kat üblichen Erschließungsvokabularien bzw. Klassifikationen wie GND bzw. RVK werden aber empfohlen.

4.5. Relationen

Es ist möglich und wird empfohlen, relevante Relationen, z. B. zu auf dem Forschungsdatum basierenden wissenschaftlichen Publikationen in ASEQ-Feld 787 anzugeben.

5. Feldbelegungen im ASEQ-Format sowie Mapping zu MARC21 und DataCite

In der verlinkten Tabelle (Version in Word) wird die Feldbelegung in ASEQ für Katalogisierung mit Aleph im B3Kat dargestellt. Zur besseren Einordnung wird zudem das Mapping zu DataCite als Standardformat für die Erschließung von Forschungsdaten DataCite sowie zu MARC als Austauschformat des B3Kat angegeben.

Elemente, die nicht in beiden Systemen dargestellt werden können, wurden nicht in die empfohlenen Datensets aufgenommen. Bibliotheken können sich dennoch entscheiden, im System der Primärerschließung mehr zu erfassen, müssen dann aber bereit sein, die Inkonsistenzen zum anderen System in Kauf zu nehmen.

Für die Katalogisierung der Forschungsdaten im B3Kat steht eine eigens dazu angelegte Satzschablone (f_forschd.mrc) zur Verfügung.